Warum unsere Herzenswünsche so wichtig sind

 



Ich liebe diesen Post! Wenn ich ihn vor mir habe, lese ich ihn mehrmals durch. Ich kann gar nicht anders. Jedes Wort sauge ich in mir auf. Immer wieder ...

"Das Wunderbare, um das du gebeten hast"
Mit diesen Worte lehne ich mich dann lächelnd zurück und bin mir dessen bewusst, wie viel Wunderbares bereits in meinem Leben geschehen ist. Auch dafür habe ich eine Collage an der Wand hängen. Oder besser gesagt: ich stelle mich vor meine Collage und lasse mir die absoluten Glücksmomente in meinem Leben anzeigen. 
Da sieht man wieder, wie viel unsere innere Zentrale mit einem Computer gemeinsam hat ... ich kann gewisse Themen filtern und mir highligthten lassen. 

Dabei bin ich erst letztens drauf gekommen, wie lange mein wichtigster Herzenswunsch eigentlich schon für mich vorbereitet wurde. Nämlich so lange, da wusste ich noch gar nicht, dass das einmal mein Herzenswunsch werden würde.
Wobei so stimmt das ja nicht. Auch das wurde mir im Zuge dieser "Lektion" erst so richtig bewusst.

Herzlich willkommen in meinem Hochsensitiven Klassenzimmer! 
So laufen bei mir im besten Falle die Überlegungen ab, wenn ich einen Post, wie den da oben lese. Eine Botschaft, die mir ganz bestimmt von Höherer Stelle und genau zum richtigen Zeitpunkt geschickt wurde:

"Das Wunderbare, um das du gebeten hast"
Zwangsläufig poppen da die absoluten Highlights in meinem Leben vor meinem Inneren Auge auf. Komischerweise ist dabei das erste Bild IMMER Petra in Jordanien. Wahrscheinlich deswegen, weil dieser Herzenswunsch derjenige ist, der für mich am besten greifbar ist. 

Davor wollte ich einmal stehen! 
Wann immer ich ein Bild vom Al-Khazneh sah, übermannte mich eine so tiefe Sehnsucht nach diesem Ort, ich kann es gar nicht beschreiben. Ich träumte von dem Moment, in dem ich aus der engen Schlucht hinaustreten und dieses Meisterwerk zum ersten Mal vor mir haben würde. Das ging über viele Jahre so. 
Ich weiß ... jetzt werden sich einige denken: "Warum hat sie nicht einfach eine Reise nach Jordanien gebucht und ist hingeflogen? Das ist doch nicht so schwer." 
Stimmt, so einfach würde es gehen. Aber nicht für mich. Ich bin nicht der draufgängerische, mutige Globetrotter, der sich die Weltkarte anschaut und Stecknadeln da hinein steckt, wohin er als nächstes reisen möchte. So funktioniert das bei mir nicht. Ich habe keine Abendteuer-Gene für dieses Leben mitbekommen ...
Was ich aber sehr gut, fast meisterlich gut kann, ist aus tiefstem Herzen mit all meinen Sinnen Wünschen UND mich, so oft ich will, bereits an diesem Ort "sehen".
Alles andere wird offensichtlich an anderer Stelle für mich erledigt.
Im Fall Petra / Jordanien war es tatsächlich so, dass ich die Umsetzung dieses absoluten Herzenswunsch komplett der Höheren Stelle überlassen habe. Noch nicht einmal bewusst als Manifestation begreifend. Da gab es keinen einzigen Gedanken, wie: "Ich manifestiere jetzt den Wunsch einmal vor dem Alten Schatzhaus in Petra zu stehen." Es ging lediglich um diese tiefe Sehnsucht, die ich nicht einmal versuchte zu deuten. Ich stellte mir keine Fragen, wie: Warum gerade Jordanien? Warum ist gerade dieser Ort so wichtig für mich? Was hat es damit auf sich? -  Ich habe absolut nichts dazu beigetragen, außer mich dieser tiefen Sehnsucht mit allen Sinnen hinzugeben, wann immer sie in mir hochgekommen ist. 

Am 26. Oktober 2006 trat ich genau um 14:36 Uhr aus der engen Schlucht in Petra und hatte zum ersten Mal das Al-Khazneh vor mir!

Ich weiß das so genau, weil das Universum diesen Auftrag sehr ernst genommen hat. Es hat mich nicht einfach vor dieses Gebäude in der Wüste Jordaniens gestellt und gesagt: "So, bitte schön. Da hast du nun dein Schatzhaus. Auftrag erledigt. Bist du nun glücklich?"
Nein. Es hat diesen Moment noch besonderer gemacht, als ich mir das überhaupt erträumen hätte können! Es hat mir nämlich den richtigen Begleiter mit auf die Erfüllung meines Herzenswunsch geschickt ...
Der jordanische Reiseleiter hatte auf dem Fußmarsch durch das Wadi in Petra schon mitbekommen, wie wichtig mir der Besuch in der Felsenstadt ist. Aus einer Gruppe von Pauschaltouristen, wie er sie wohl mehrmals die Woche auf diesem Tagesausflug nach Petra begleitet, stach an diesem Tag eine Frau heraus, die vor Aufregung gar nicht klar denken konnte und die jede Information über eine Sehenswürdigkeit in sich aufsog, wie ein Schwamm. Ich kannte die Geschichten zu den Highlights schon. Kein Wunder. Den archäologischen Reiseführer über Petra hatte ich, seitdem ich wusste, es würde passieren, nicht nur einmal durchgelesen! Deshalb stellte ich Mahmoud ganz explizite Fragen oder suchte, zum Beispiel, bei einer der Ausgrabungen genau nach der Stelle, wo ein Schweizer Archäologe beim Fund der Statue dieser die Zehen abgehauen hatte, weil er beim Abtragen des roten Sandstein nicht wusste, worauf er gleich stoßen würde.    
Zwei magische Begebenheiten blieben mir ganz deutlich in Erinnerung: 
1. Wir kamen in dieser berühmten engen Schlucht an einen kleinen Platz. Dort erzählte uns der Reiseleiter von der Wasserleitung der Beduinen. (Zur Erklärung: Die Einwohner von Petra hatten schon damals eine funktionierende Wasserleitung. An beiden Seiten der Schlucht hatten sie Rinnen in den Stein gearbeitet. Darin verlegten sie Keramikrohre. Eine Seite für das Trinkwasser, auf der anderen Seite floss das Nutzwasser.) Als er mit seiner Erklärung fertig war, sagte er:
"Hier an dieser Stelle könnt ihr noch ein Stück des originalen Keramikrohr sehen. Uschi, komm bitte her. Du darfst dieses Rohr berühren."
2. Nach dem Mittagessen gingen wir hinauf zu den Höhlen der Beduinen. Ganz früher waren das einmal Grabstätten. Die Beduinen hatten diese dann als Wohnung genutzt. Man kann in den Höhlen noch die Rußspuren des Feuers an der Decke erkennen, aber, wichtiger noch, an und in den Höhlen sind die verschiedenen färbigen Gesteinsschichten am schönsten zu sehen.

Ich hatte unseren Reiseleiter schon davor um das Seidengrab gefragt, weil ich es für das Grab mit der schönsten Fassade halte. Seht selbst ... 

Als wir oben ankamen und an den Höhlen entlang gingen, blieb Mahmoud plötzlich stehen, zeigte auf eine der Fassaden und sagte:
"So Uschi, das ist jetzt dein Lieblings-Grab." 

Dieser, wie man eigentlich richtig sagt, "von Gott gesandte" Reiseleiter machte auch meinen besonderen Moment noch viel magischer als ich mir das je erträumen hätte können.
Wir waren schon eine ganze Weile durch die Schlucht gewandert und diese wurde immer enger und enger. Meine Ungeduld war bald nicht mehr auszuhalten. Nach jeder Wegbiegung hielt ich mittlerweile die Luft an, weil es nun bald so weit sein musste. Jede Sekunde konnte es nun passieren, dass ich am Ende der Schlucht bereits die ersten Details des Al-Khazneh, des in den roten Stein gemeißelten Alten Schatzhaus, erkennen würde. Plötzlich ging mein Reiseleiter neben mir und lächelte mich verschwörerisch an. 
"Geh bitte einmal auf die rechte Seite hinüber. Von dort hast du den besten Blick ... es ist jetzt genau ... (er schaute auf seine Armbanduhr) ... 14:36 Uhr."
Und dann geschah das:




Danach habe ich, außer dem Schatzhaus, erst einmal nichts mehr wahrgenommen. Ich weiß noch genau, dass ich aus der Schlucht hinaus getreten bin, mich rechts an die Felsenwand gelehnt habe und ... weinte. 
Ich war total überwältigt. Nicht nur von diesem traumhaft schönen Ort, sondern von meinen eigenen Emotionen. Ich schaffte es einfach nicht, die ganze Tragweite dieses Moments zu erfassen. Jahrelang von einem Moment zu träumen und ihn danach tatsächlich zu erleben, diesen mit allen Sinnen und ganz wunderbar vorbereitet zu erleben, das war einfach viel zu viel für mich! Es fühlte sich an, als ob ich das alles nicht aushalten könnte, als würde ich gleich zerplatzen. Mein Herz zersprang förmlich vor lauter Glück!  

Das ist die Kurzfassung der Geschichte eines meiner absoluten Highlights. Ich hoffe, man kann anhand dieser erkennen, wie dankbar ich für mein Hochsensitives Wesen bin. Ich bin gesegnet damit, solche Momente in dieser Intensität erleben zu dürfen und die Fähigkeit zu besitzen, diese Momente, wann immer ich will, immer wieder erleben zu können.
Ratet einmal, wem gerade beim Schreiben ein paar Tränen über die Wange laufen? 

Aber diese Geschichte wollte ich eigentlich gar nicht erzählen ...
Es geht um einen der wichtigsten Herzenswünsche in meinem Leben, warum ich erst letztens drauf gekommen bin, wie lange dieser schon für mich vorbereitet worden war, und warum unsere Herzenswünsche so wichtig sind.

Es gab einmal vier große Herzenswünsche in meinem Leben. 
Zwei davon sind noch offen. Einen habe ich vor kurzem von meiner Liste gestrichen (mehr dazu wahrscheinlich an anderer Stelle). Einer ist bereits in Erfüllung gegangen. Und zwar am 15. November 2013.

Dieser Herzenswunsch lautete: Ich möchte Österreich verlassen, um im Süden am Meer unter Palmen zu leben. 

Kurz gesagt, ich träumte vom berühmten One-Way-Ticket.
Fun Fact dazu:
Als ich am 15. November 2013 am Air Malta Flug über Italien hinaus auf die Wolken schaute, einfach nur glücklich und zufrieden war, in mir das Lied "Über den Wolken ... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" lief, klopfte etwas ganz vorsichtig an. Ich hörte meine Innere Stimme flüstern: "Hey Schatz, ich will ja nicht stören. Aber hast du nicht etwas Wichtiges vergessen?"
Plötzlich schreckte ich hoch. Oh mein Gott! Jetzt hätte ich beinahe einen der wichtigsten Momente in meinem Leben "versäumt". Ich befinde mich gerade auf meinem One-Way-Flug! 
In den hektischen Wochen vor meinem Auswandern war mir gar nicht richtig bewusst geworden, dass ich mit dem Flug nach Malta mein One-Way-Ticket gebucht hatte. Der Inneren Stimme sei Dank!

Vor fast 11 Jahren bin ich also nach Malta ausgewandert ... und hab es noch keine Sekunde lange bereut. 
Wie wichtig dieser Herzenswunsch für mich war, weiß ich schon seit geraumer Zeit. Das ganze Ausmaß würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel:
Ich musste aus meinem gewohnten Umfeld heraus, um mich selbst zu finden. Ich brauchte einen Ort auf dieser Welt, an dem ich in einer sicheren Umgebung meinen Selbstheilungsprozess abschließen konnte. Ich war wohl immer schon auf der Suche nach jenem Ort, den ich Zuhause nennen durfte.

Auch heute noch, nach fast 11 Jahren, wenn ich am Meer bin oder an der Hafenpromenade entlanggehe, erinnere ich mich fast jedes Mal daran, wie dringend der Wunsch an ein Leben am Meer war. Nämlich seit meinem ersten Urlaub am Meer mit 19 Jahren. 
Als Kind waren es die Berge Tirols, in denen ich mich, fernab des eigenen Elternhaus, zuhause fühlte. Seit dem Urlaub in Gran Canaria, als ich zum ersten Mal meine Zehen ins Salzwasser streckte, träumte ich von einem Leben unter Palmen. Während meines Heilungsprozess in Malta wurde immer klarer, wie wichtig das Auswandern tatsächlich für mich war. Es ging niemals nur um das schöne Leben am Meer, im Süden Europas, im endlosen Sommer, dort wo andere ihren Urlaub verbringen, sondern um das Weggehen und um das Unabhängig sein. Nur alleine in der Fremde konnte ich mich entfalten, mich selbst finden und mich neu erfinden. 
Während ich immer mehr zu mir selbst fand, wurde mir bewusst, welche Tragweite dieser Herzenswunsch eigentlich für mich und mein Leben hatte. Ich bin extrem dankbar dafür. Es vergeht wohl kein Tag, an dem ich nicht unsagbar dankbar dafür bin, dass ich dieses Leben leben darf, und dafür, dass mir das ermöglicht wurde, was ich mir seit meinem 19. Lebensjahr so sehnsüchtig gewünscht hatte.

"Was wenn ... wenn alles, durch das du gerade gehst, dich vorbereitet auf das Wunderbare, um das du gebeten hast?"

Diese Frage trug dazu bei, die tatsächliche Tragweite neu zu überdenken.

Bis ich auf Grund dieser Frage, die ich mir Wort für Wort immer wieder auf der Zunge zergehen lassen kann, mich einmal bewusst fragte, wann für mich die Vorbereitungsphase für meine Auswanderung begann, war es immer der Urlaub in Gran Canaria im Sommer 1990. Damals stand ich zum ersten Mal am Meer. Ergo wollte ich seitdem am Meer leben.
Falsch gedacht. Sehr falsch gedacht.
Dieser Urlaub war lediglich ein weiterer Task auf der To Do List, die für die Erfüllung meines Herzenswunsch abgearbeitet werden musste.
War nicht schon seit meiner frühesten Kindheit ein Ort in den Bergen Tirols meine tatsächliche Seelenheimat? Hatte ich nicht schon seitdem ich drei, vier Jahre alt war, Fernweh, wenn andere Heimweh hatten? 
Und dann mein erster Flug nach London, als ich 16 Jahre alt war. Der erste Schritt aus Österreich hinaus. Was passierte denn danach? Ich kam zurück und war wie besessen von der englischen Sprache! Früher nur ein lästiges Schulfach, wo man mühsam Grammatik und Vokabeln lernen musste. In London wurde mir klar, dass ich mit der englischen Sprache wohl mit Menschen aus der ganzen Welt kommunizieren kann. War es nicht auch die Liebe zur englischen Sprache, warum es mich immer in die Ferne zog, wo ich auf die englische Sprache angewiesen war? Warum wohl? 

Ich saß gewissermaßen mit offenem Mund und gesträubten Nackenhaaren da, als mir plötzlich klar wurde, wie lange mein Herzenswunsch tatsächlich schon in Planung war. Dann stellte ich mich vor mein Lebensplakat und fand tausend kleine Kleinigkeiten, die mich am 15. November 2013 in den Flieger stiegen ließen. Tausend kleine Kleinigkeiten, die ich natürlich kannte, von denen ich aber nicht wusste, dass sie auch zum Plan meiner Auswanderung gehörten. 
Wahnsinn! 
Ich stand unter Schock. 
Warum hatte ich das nie bemerkt? 

Und das ist noch nicht das Ende der Geschichte. Mit dieser Glühbirne, die da in meiner Denkzentrale angeknipst worden war, fielen plötzlich auch noch die letzten Schleier ...

Deswegen haben wir erst unsere Herzenswünsche!

Das, wofür wir mit ganzem Herzen brennen, egal was es ist, ist unser Antrieb, unser Wegweiser und die Landkarte für unseren Lebensweg. 
Jede Kleinigkeit, die wichtig für uns ist, gehört zur Planung und zur Umsetzung unseres Herzenswunsch und ist somit ganz bestimmt keine Kleinigkeit, sondern ein ganz wichtiger Puzzle-Stein für das Bild unseres Lebens.
Nichts, was uns wichtig ist, ist eine Kleinigkeit. 
Alles, auch die nicht so schönen Dinge, die einen besonderen Eindruck bei uns hinterlassen, haben eine wichtige Aufgabe und sind Teil des Plans. 

= Wichtige Erkenntnis aus diesem Gedanken: es kann gar nichts Negatives geben, wenn man plötzlich weiß, dass auch die nicht so schönen Dinge Teil des Lebensplan sind! Halleluja! = 

Wir brennen ganz bestimmt nicht für etwas, das nicht wichtig für uns wäre. Keiner unserer Träume und Wünsche ist nutzlos. Wir müssen uns nur ganz ehrlich bewusst werden, wovon wir WIRKLICH träumen!

Was ist es, wofür dein Herz schneller schlägt?
Wovon träumst du, wenn du dich hinsetzt, die Augen schließt und versuchst dir das Leben vorzustellen, das du gerne leben würdest?
Was zaubert dir ein Lächeln auf die Lippen und ein Kribbeln auf die Haut?
Wovon kannst du gar nicht erzählen, ohne dass dir Tränen übers Gesicht laufen?
Wovon bist du regelrecht besessen?

...

Es gab einmal vier große Herzenswünsche in meinem Leben. 
Zwei davon sind noch offen.
Einer ist bereits in Erfüllung gegangen.
Einen habe ich vor kurzem von meiner Liste gestrichen. 

Dieser Herzenswunsch war riesengroß und enorm wichtig für mich. Zu groß, um irgend etwas ganz bewusst dafür zu erledigen oder daran zu schrauben.
Alles was ich tun konnte, war, diese tiefe Sehnsucht in meinem Herzen zu spüren und sie auf mein ganzes Sein wirken zu lassen. 
Es wäre, so wie das Buchen der Reise nach Jordanien, durchaus möglich gewesen, mir den Wunsch selbst zu erfüllen. Theoretisch. Aber ganz sicher nicht in der Praxis. Wann immer mich jemand fragte, warum ich das nicht tat, stieg in mir Panik und totaler Widerstand hoch. Auf keinen Fall kann ich das tun! Was, wenn es nicht klappt? Was, wenn ich es tue und danach enttäuscht bin? Was wenn ich alles daran setze, mir diesen Wunsch zu erfüllen, und dann drauf komme, ich habe mich getäuscht? Das wäre schrecklich! Gar nicht auszudenken! 

Wenn ich damals mit Anfang Zwanzig meinem dringenden Wunsch, am Meer zu leben, nachgegeben und die Bewerbungen an die Reisefirmen abgeschickt hätte, dich ich bereits geschrieben hatte, ...
... dann wäre ich wohl, wenn es vielleicht mit einem Job im Süden geklappt hätte, nach ein paar Monaten mit eingezogenem Schwanz und mit geplatztem Herzenswunsch nach Österreich zurückgekehrt und hätte mir eingestehen müssen, dass das Leben am Meer doch nicht meine Bestimmung war.
Warum?
Weil damals ganz bestimmt noch nicht der richtige Moment für die Erfüllung dieses Herzenswunsch war. Weil ich damals ganz bestimmt noch nicht der Mensch war, der ein Leben alleine in der Fremde meistern und genießen hätte können. Und noch wichtiger: weil ich damals ganz bestimmt noch nicht wusste, WARUM dieser Herzenswunsch überhaupt so wichtig für mich war!

Dieser eine Herzenswunsch, den ich vor kurzem von meiner Liste gestrichen habe, hat seine Aufgabe erfüllt, noch bevor er erfüllt werden konnte. Es reichte vollkommen, die tiefe Sehnsucht danach zu verspüren. 
Er hat mich unter anderem zu jenem Punkt in meinem Leben geführt, an dem ich verstanden habe, das ich etwas sehr Wichtiges in Liebe loslassen durfte, weil es seine Aufgabe erfüllt hatte.
Das war ein sehr schmerzhafter Moment, aber wohl auch einer der schönsten und intensivsten Momente in meinem Leben. 
Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. 

Ich hoffe, ich konnte mit der heutigen Geschichte einmal einen genaueren Blick in die Schaltzentrale eines Hochsensitiven Menschen geben. 
Und ich hoffe inständig, dass ich die Dringlichkeit der Herzenswünsche verständlich aufzeigen konnte.

Denn darum sind Herzenswünsche so wichtig für uns ... 

Vielen Dank!

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