Die Delphine sind da!

 


Heute ist Samstag, der 4. Februar 2023. 
Eigentlich wollte ich diesen Blog gestern schon schreiben. Doch offensichtlich war gestern viel zu viel los, um meine Gedanken genug zu bündeln, um sie "aufs Papier" zu bringen.
Für eine Weile sprach ich sogar von einer stressigen Situation. Doch, genauer betrachtet, würde ich sie als intensiv bezeichnen. Einfach deswegen, weil sie zwar eine Menge Energie kostete, ich aber trotzdem stolz auf mich bin, wie ich sie gemeistert habe.
Gar nicht davon zu reden, was ich wieder lernen durfte daraus ...  

Danach musste ich erstmal meinen Kopf leeren und schon beim Spaziergang in der Abendsonne am Hafen entlang, spürte ich diese Angespanntheit von mir abfallen. 
Und, am Laptop sitzend, wartete ich dann zwar umsonst auf den Schreibfluss, dafür fiel mir eine Geschichte ein, die ich ohnehin schon seit einer langen Zeit einmal aufschreiben wollte. Hier ist sie also: 

*******

Mitten in der Corona Pandemie tauchten auf einmal Bilder und Videos auf Facebook auf, die Delphine zeigten, die im Großen Hafen von Valletta schwammen. Das Hafenbecken war durch die Pandemie so ruhig und - offenbar - das Wasser so sauber geworden, dass sich die Delphine bis in den Hafen trauten.
Auf meinen Spaziergängen stand ich deshalb immer extra lang irgendwo am Meer und starrte angestrengt hinaus auf die Wellen. Ich wollte auch so gerne die Delphine sehen!
Ich habe gehofft, gefleht, sogar ein wenig gebetet und versucht mich mit den Delphinen zu verbinden. Bitte, bitte, zeigt euch. Ich möchte euch so gerne sehen.
Doch es geschah einfach nicht.
Eines Tages stand ich wieder einmal an der Hafenpromenade und hoffte inständigst, eine der Schaumkronen oder andere Bewegungen des Meeres mögen sich zu einem springenden Delphin materialisieren. Da wurde ich plötzlich sehr traurig. Es wird nicht geschehen. Egal wie sehr ich es mir wünsche, egal wie lange ich hinaus aufs Wasser schaue, es würden keine Delphine für mich auftauchen. Ich wusste es einfach. Ich konnte mich nicht mehr selbst belügen.
Niedergeschlagen ließ ich noch einmal meinen Blick über das unendliche Blau schweifen und verabschiedete mich von dem Gedanken, Delphine zu sehen.

Da "hörte" ich eine Stimme in mir:
Sie sind da! Egal ob du sie siehst oder nicht. Sie sind da draußen. 

Mein Herz begann schneller zu schlagen und meine Augen füllten sich mit Tränen. 
Ein ganz warmes Gefühl machte sich in mir breit. Sie sind da! Die Delphine sind da. 

Noch einmal ließ ich meinen Blick über das unendliche Blau des Meeres schweifen und ich wusste, dass die Delphine da sind.

Ich begann zu lächeln und blinzelte mir die Tränen weg:
"Hallo, Delphine. Es ist so schön, dass ihr da seid!"

*******

Das war damals ein sehr intensiver und magischer Moment. An sich also schon etwas sehr Besonderes. Und doch war diese Begebenheit der Beginn einer noch viel größeren "Geschichte".
Sie leitete nämlich eine sehr wichtige Lebenlekton ein.
Ein wenig später hörte ich in einem Gespräch die Aussage:
"Der Glaube ist nicht wirklich so stark wie wir denken. Denn "Glauben" heißt, es nicht zu wissen. "Ich glaube" ist demnach immer mit Zweifel verknüpft. "Ich weiss" verleiht dem Ganzen viel mehr Gewicht."
Auch das blieb bei mir hängen. Mir fiel außerdem auf wie oft ich in einem Gespräch tatsächlich "ich glaube" sage. Selbst wenn ich eigentlich total davon überzeugt bin, dass es wirklich so ist. 
Warum fiel mir das so stark auf? Oder warum blieb das alles bei mir hängen?
Weil es mich zu der Lebenslektion führte, die ich lernen musste.
Die Delphine waren Indikator dafür, dass ich nicht alles mit eigenen Augen sehen muss, um zu wissen, dass "es da ist". Ich muss nicht alles verstehen, um zu wissen, es ist genau so. 
In mir gibt es eigentlich diese Sicherheit zu allem, was ich über das Große Bild des Daseins weiss. Über die Jahre habe ich Puzzle-Steine gesammelt, die in dieses Bild passen. Manche Überzeugungen musste ich wieder verwerfen, andere musste ich anpassen oder abändern. Dennoch machen alle Steine Sinn. Vieles, was ich irgendwann kapiert habe, ließ Rückschlüsse auf andere Faktoren werfen. So vieles war vernetzt und verbunden miteinander. Teilweise Dinge, die auf den ersten Blick oder über viele Jahre hinweg absolut nicht nichts gemeinsam hatten. Irgendwann kristallisierte sich plötzlich heraus, dass die Essenz dieser Begebenheiten zusammenpassen.
Das Große Bild wird immer klarer!

Diese Delphin-Geschichte wärmt mir das Herz, wann immer ich daran denke. 
Denn es geht nicht nur um die Delphine, die ganz bestimmt rund um Malta im Meer schwimmen und deshalb immer nah sind, ... auch wenn ich sie nicht sehe.
Die Delphine stehen für alles, was nicht "greifbar" ist.
Ich bin verbunden mit dem Universum. Ich bin verbunden mit den anderen Menschen und mit allem Lebendigen. Seitdem mir das bewusst ist, fällt es mir sehr schwer, mich einsam zu fühlen ...
Ich bin nämlich nicht einsam. Ich bin Teil des Ganzen. Ich gehöre dazu. Auch wenn ich die Delphine nicht immer sehe!

Warum ist es gerade jetzt so wichtig, diese Lebenslektion zu lernen?
Weil ich ganz offensichtlich und spürbar gerade in eine neue Ebene meines bewussten Lebens vordringe. Ich habe so viel Zeit in meine Heilung investiert. Jetzt wird es Zeit, das Leben neu zu entdecken! Unengeschränkt, ohne Vorurteile, klar und deutlich.
Zuerst passierte die Heilung, dann wurde es mir immer wichtiger authentisch zu werden. Dadurch verloren sich die Selbstzweifel, weil ich mich immer deutlicher wahrnahm. Komplimente anderer waren mir nicht mehr unangenehm, weil ich plötzlich ganz klar erkannte, wie sie mich wahrnahmen. Ich nahm mich schließlich selbst endlich so war, wie ich nun einmal bin. Ohne diese Selbtzweifel, ohne ständig zu denken, ich wäre verrückt, kompliziert, nicht gut genug, ...
Am Anfang waren die Menschen etwas geschockt, wenn sie mir sagten: "Wow, du siehst heute gut aus. Dieses Shirt / der rote Lippenstift / etc. steht dir ausgezeichnet." und ich mit "Danke, ich weiß." antwortete. Klingt vielleicht überheblich, doch der rote Lippenstift steht mir deshalb an dem Tag so gut, weil ich in den Spiegel geschaut habe und selbst empfunden habe, dass er gerade heute gut an mir aussieht. Es gibt Tage, an denen ich mir den roten Lippenstift wieder abwische, weil es sich einfach nicht richtig anfühlt.
Ich selbst empfand mich anfangs als arogant, als ich plötzlich anfing, die Komplimente und positiven Reaktionen der anderen als wahr einzuschätzen.
Doch diese Phase hielt zum Glück nicht lange. Mein Selbstbild wurde sehr schnell immer positiver. Endlich hielt die Ehrlichkeit und die Wahrheit auch auf diesem Gebiet Einzug.

Seitdem ist eine Lawine in Bewegung!

Beste Metapher für das, was bei mir gerade abgeht (im wahrsten Sinne des Wortes):
Meine Essenz, ein bunter Heißluftballon, der mit vielen Seilen am Boden festgezurrt war. MIt viel Geduld, Energie und Ausdauer habe ich in den letzten Jahrzehnten Seil für Seil durchgeschnitten, die mich festgehalten haben. Gerade bin ich dabei die letzten Seile durchzuschneiden. Der Heißluftballon bewegt sich schon. Es ist bereits absehbar, dass er demnächst "abgeht".  
Ein sehr wunderschönes Gefühl! 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eine Getriebene kommt zur Ruhe

"An was soll ich denn glauben, als an das, was ich spür´?"

Man muss an Wunder glauben, um sie zu erleben.