Alles hat seine Bestimmung!

 


Heute ist der 21. Februar 2023. Das Bild oben stammt zwar nicht von heute, doch es könnte. Endlich wird es warm. Sonnentage mit blauem Himmel werden wieder zur Normalität.
Noch friere ich in der Wohnung, doch bald ist diese ungemütliche Zeit ausgestanden.
Bald wird es Zeit die Flip Flops rauszuholen und die Zehennägel zu lackieren.

Ohne es wirklich bewusst wahrgenommen zu haben, waren die letzten Tage sehr lehrreich. 
Ich habe viele Lektionen gelernt. Die Wichtigste war ganz bestimmt: nicht verzagen wenn es nicht rund läuft! Denn nur diese Phasen des Lebens liefern uns überhaupt die Chance neue Lektionen zu lernen. Wenn alles - blauer Himmel und Sonnenschein - ist, brauchen wir nicht viel zu tun, außer es zu genießen. Erst wenn es ungemütlich wird, müssen wir aktiv werden.
Ich muss also umdenken:
Bei den ungemütlichen Zeiten handelt es sich nicht um Rückschläge, sondern um neue Chancen.
Wenn ich es nicht schaffe, meine neuen tollen Gewohnheiten beizubehalten, stattdessen in die alten negativen Verhaltensmuster zurückfalle, heißt das nicht, dass ich versagt habe ... sondern, dass ich da einfach noch einmal hin muss, weil es noch etwas zu lernen gibt. 

Diese Erkenntnis ist enorm wichtig, denn immer noch bin ich viel zu streng mit mir selbst. Theoretisch weiß ich schon, wie mein Leben sein soll, aber praktisch schaffe ich es nicht. Das fühlt sich einfach nicht gut an. 
Jetzt weiß ich zumindest, dass diese "Abwärts-Spiralen" einen logischen und praktischen Grund haben. Das hilft mir bestimmt ein wenig nachsichtiger mit mir zu werden.

Und dann gab es diese Tage noch zwei Situationen, die mich sehr verletzt haben. Zumindest am Anfang. Dennoch bin ich, meiner Meinung nach, richtig damit umgegangen. 
Ich habe bei der jeweiligen Person angesprochen, dass sie mich verletzt hat.
Erst danach habe ich auch herausgefunden, es geht gar nicht um die Verletzung selbst. Die erste Person hatte eigentlich gar nichts Falsches gesagt. Die Aussage hat nur etwas in mir getriggert. Die zweite Person wollte mich zwar nicht verletzen, doch was sie gesagt hat, war gemein.
An dem hatte ich ein wenig länger zu knabbern. Doch bei so etwas kann ich zumindest den Part der Verletzung abschwächen, weil ich von dieser Person eigentlich weiß, sie ist manchmal wirklich gemein. Warum, habe ich noch nicht herausgefunden, doch die Tatsache ist mir schon länger bewusst. Diese Verletzung darf mich also gar nicht treffen.
Und es war auch tatsächlich so, dass sie sich zweimal bei mir dafür entschuldigt hat, nachdem ich sie wissen ließ, dass mich ihre Aussage sehr weh getan hat. 
Ohne Drama, nur als Information für diese Person. 
Danach konnte ich auch noch die tatsächlche Lektion dahinter erkennen:
Ich hatte mir vorgenommen, mich auf mein Leben, meine Welt und mein Wohlbefinden zu konzentrieren, ... und doch passiert es mir immer noch, dass ich von Außen gesteuert werde. Ich lasse mich immer noch manipulieren und mir meine Laune von anderen verderben.
Diese Situationen haben mir das deutlich gezeigt.
Es geht also nicht um diese zwei Personen, es geht auch nicht um die Verletzung, sondern um den Zaunpfahl - hey, du kennst doch eigentlich schon die Richtung, das sind eben noch Dinge, die du loswerden musst. 
Es hat auch nichts damit zu tun, dass ich es "noch nicht schaffe". Es zeigt mir einfach auf, was zu tun ist.
Ich habe mir selbst ein sehr straffes Programm auferlegt für dieses Leben. Bis jetzt habe ich nicht viel Zeit vergeudet. Wenn ich ehrlich bin, habe ich gar keine Zeit vergeudet. Es gibt keinen Augenblick in diesem Leben, den ich nicht zum Weiterkommen und zum Lernen genutzt hätte.
Meine intensive Reise habe ich mir selbst ausgesucht. Deshalb darf ich auch stolz auf mich sein. 
Und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich endlich auch ein wenig auf meinen Loorbeeren ausruhen darf. Die Hauptarbeit ist getan. Jetzt darf ich ein wenig zurückschalten. 
Die letzten 10 Jahre hier in Malta waren ein gewaltiger Heilungsprozess. Wäre ich in Österreich geblieben, hätte ich diese Heilung niemals in dieser "kurzen" Zeitspanne geschafft. Es war enorm wichtig für mich, alles Gewohnte hinter mir zu lassen und mich ausschließlich auf mich und meine Heilung zu konzentrieren. Ich glaube, das ist, neben meiner hochsensiblen Seele, auch mein größter Vorteil. Ich habe mir ein Umfeld geschaffen, in dem ich mich meistens nur auf mich selbst konzentrieren darf. Deshalb ging es auch so schnell voran. Hochsensible Menschen, die sich neben ihrer inneren Welt auch noch auf alles andere konzentieren müssen ... Familie, Kinder, Freunde, Job ... powern sich ganz schnell aus. Der Stress kann dabei unerträglich werden. 

Ich vertrete ohnehin die Meinung, dass wir alle uns viel mehr auf uns selbst konzentieren müssten.
Dass negative Situationen und Herausforderungen eigentlich alles andere als schlecht sind, habe ich schließlich auch erst dadurch gelernt.
Ich habe durch meine extreme Selbstreflexion die Möglichkeit bekommen, viel klarer hinter die Kulissen zu schauen. Dazu braucht man allerdings Zeit und Raum. Das klappt nicht, wenn man sich gleichzeitig um Kinder, Haus und HUnd kümmern muss.
Immer wieder habe ich versucht meine Theorie mit diesen beschäftigten Menschen zu teilen. Doch es klappt nicht. Ich kann diesen Menschen die Tiefe meiner Erkenntnisse nicht vermitteln, wenn sie gleichzeitig über fünf weitere Themen nachdenken und sie ihren Kopf gar nicht bei der Sache haben.
Das merke ich in diesen Gesprächen mittlerweile sehr schnell. Es kommt der MOment, an dem mir einfach klar wrd, dass ich mir die Luft zum Suppen Blasen sparen kann (Notiz: diese Pointe ist gestohlen aus einem Gery Seidl Kabarett). Mittlerweile stoppe ich dann auch mitten im Satz, wenn ich merke, der andere hört mir gar nicht mehr zu.
Dabei geht es gar nicht mehr darum, dass ich beleidigt oder enttäuscht bin, sondern darum, dass mir die Tatsachen einfach bewusst sind. Ich möchte auch schon lange niemanden mehr meine Meinung aufdrücken. Das bringt einfach nichts. Keinem von uns.

Für mich ist wichtig geworden, dass ich offensichtlich immer schneller die HIntergründe erkennen kann. Die Lektionen werden immer angenehmer, weil ich immer schneller lerne. Die großen Dramen sind nicht mehr notwendig, weil mir vieles einfach sofort oder ziemlich schnell bewusst wird.
Dafür bin ich enorm dankbar!
Ich teile meine Erkenntnisse immer noch gern mit Anderen, aber nur noch mit denjenigen, die daran interessiert sind. Viel zu oft habe ich, überschwänglich wie ich nun einmal bin, meine Redefluss an Menschen vergeudet, die das gar nicht hören wollten oder überfordert waren mit dem was ich zu sagen hatte.
Wenn ich meine Gedanken aufs Papier bringe, ist das eine andere Sache. Hier befinde ich mich in einem geschützten Raum. Hier darf ich über alles reflektieren, ohne mich zurückhalten zu müssen. Hier kann jeder selbst entscheiden, ob er es liest oder wie viel er davon liest. Sobald allerdings eine zweite Person direkt an meiner Reflektion beteiligt ist, muss ich mich auf diese Person einstellen. Sobald eine zweite Person beteiligt ist, gilt es KOmpromisse einzugehen.

All diese Dinge lerne ich mittlerweile ohne große Anstrengung. Und das macht mich unheimlich glücklich! Ich bin extrem dankbar dafür. Ich bin dem Universum, Wakan Tanka, der Essenz des Lebens, ... extrem dankbar dafür. Gleichzeitig weiß ich allerdings auch, dass ich viel dazu selbst beigetragen habe. Ich habe mich mein ganzes Leben lang bemüht, oftmals abgemüht, mir manchmal die Zähne ausgebissen und immer mein Bestes gegeben. Ich habe es mir nie leicht gemacht. Meine Motivation war immer voranzukommen. Ich habe mein großes Ziel immer vor Augen.
Dabei kann ich dieses große Ziel meist gar nicht benennen. Ich weiß nur, dass ich mit einem klaren Auftrag in dieses Leben gestartet bin. Ich habe auch verstanden, dass ich mir diesen Auftrag selbst gegeben habe. Da ist keine Höhere Macht, die mir aufgetragen hat, was zu tun ist. Ich habe diese Entscheidung getroffen. Ich wollte Dinge erledigt haben. Die Höhere Macht unterstützt mich dabei nur und schafft mir die Situationen, in denen ich diese Dinge erledigen kann / darf. 
Theoretisch habe ich auf dem Weg auch jederzeit die Möglichkeit, mein Vorankommen zu bestimmen. Ich kann mir selbst aussuchen, wann ich mich zurücklehne, eine Pause einlege oder sogar abbreche. Daran kann mich eigentlich niemand hintern, oder?
Dass es dadurch nicht einfacher wird, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Wenn ich weiß, dass da zwei volle Wäschkörbe Schmutzwäsche im Schlafzimmer stehen und der Kühlschrank dringend abgetaut werden muss, bin ich nicht wirklich sehr entspannt, wenn ich stattdessen auf der Couch liege und nichts tue. Oder es bedarf sehr viel Energie, mir diese Entspanntheit einzureden.

Ich weiß heute, dass alle Begebenheiten dafür geschaffen wurden, damit ich mein selbstgestecktes Ziel erreiche. Es gibt gute Gründe, warum ich so "intensiv" bin. Es gibt gute Gründe, warum ich so stur und uneinsichtig bin. Es gibt gute Gründe, warum ich in diese meine Familie, in dieses mein Land geboren wurde. Es gibt allerdings auch die besten Gründe dafür, dass die Ureinwohner Amerikas meine wahre Seelenfamilie sind! 
Jedes Gespräch, jede Begegnung, jeder Mensch, der in mein Leben tritt, gehören zu den Begebenheiten, die für mich geschaffen wurden. Seit gestern ist mir auch noch bewusst geworden, dass auch die Durchhänger und nicht so tollen Empfindungen zum Großen Plan gehören. Sie sind wichtig, um mir die Lektionen zu bieten, die ich gerade lernen muss, um weiter voran zu kommen.
Wieder etwas Wichtiges gelernt.
Denn es fühlt sich schrecklich an, wenn ich mich schon riesig auf mein Wochenende freue, die tollsten Pläne für meine zwei freien Tage habe, am liebsten gleich mitten in der Nacht damit loslegen wollen würde, ... nur um am nächsten Morgen den Wecker auszumachen, drei Stunden weiterzuschlafen und dann total gerädert aufzuwachen, um mich aus dem Bett zu quälen! Und damit noch nicht genug. Die Pläne für den Tag sind somit gestrichen, ich mag mich selbst nicht, fühle mich wie erschlagen. Wenn ich es dann doch aus dem Haus schaffe, bin ich angefressen und ärgere mich über alles und jeden. Die Stimmung ist im Keller. Wieder ein vergeudeter Tag! Wieder ein Tag, an dem ich tolle Pläne hatte, aus denen nichts geworden ist!

Nichts ist vergeudet! Das weiß ich heute.
Ohne diese negative Stimmung würde ich jetzt nicht hier sitzen und diese Zeilen schreiben ...

Sobald ich die Wichtigkeit dieser "Rückschläge" wirklich verstanden habe, werden sie auch weniger werden. sobald ich die Wichtigkeit dieser negativen Stimmungen verstanden habe, brauche ich sie nämlich nicht mehr.
Die Zaunpfähle werden immer weniger, weil ich sehr wissbegierig bin.
Sobald ich verstanden habe, braucht es diese Zaunpfähle nicht mehr!
Gleichzeitig bin ich aber auch sehr dankbar für jeden einzelnen Zaunpfahl. 
Denn es gibt noch viel zu tun ... 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Eine Getriebene kommt zur Ruhe

"An was soll ich denn glauben, als an das, was ich spür´?"

Man muss an Wunder glauben, um sie zu erleben.