Und plötzlich befindet man sich mitten in einem Neuanfang ...
Braucht die Welt einen neuen Blog?
Ich weiß es nicht und es ist mir, ehrlich gesagt, auch ziemlich wurscht! Wobei, brauchen würde sie ihn schon. Mir ist nur grad wirklich wurscht, ob und wer meinen Blog lesen wird. In erster Linie schreibe ich ihn nämlich für mich.
Meinen Laptop in die Tasche zu packen, mich in eines meiner Lieblingslokale zu setzen, mir einen guten Kaffee zu bestellen und dort zu schreiben, gehört schon seit geraumer Zeit zu den Traumbildern, die ich von meinem perfekten Leben habe.
An manchen Tagen nehme ich nur das Tagebuch mit, weil mir nicht nach Technik und Tippen ist. Aber das Schreiben selbst gehört halt dazu. Immer schon. Zumindest so lange ich zurückdenken kann.
Früher wollte ich unbedingt Liebesromane schreiben. Habe ich auch getan. Ein einziger ist fertig geworden ... mit Füllfeder hab ich den auf karrierte DIN A4 Seiten geschrieben ... als ich ca. 14 Jahre alt war. Den habe ich heute noch bei mir. Der ist mir heilig.
Mein großer Traum vom Schreiben schaute über Jahrzehnte so aus::
Beim Schreiben selbst geht es mir hauptsächlich darum, aus dem Alltag auszubrechen und mich beim Erzählen in der Geschichte selbst zu verlieren. Daraus wird - natürlich - ein absoluter Bestseller. Sobald das Buch auf dem Markt ist (und ich bin nicht nur einmal in einer Buchhandlung gestanden und hab im Belletristik-Regal nachgeschaut, zwischen welchen Autoren mein Buch stehen wird ...) würde ich meinen Trolly packen und mich aufmachen auf eine Lesereise nach der anderen. In Wien, Salzburg, München, Berlin und Zürich, aber - nachdem das Buch auch in Englisch erschienen ist, - in London, Kopenhagen, Madrid und Budapest. Nach den vielen erfolgreichen Lesereisen würde ich mir ein kleines Häuschen am Meer kaufen, um dort an meinem zweiten Buch zu arbeiten.
Dieser Traum ist bis jetzt nicht in Erfüllung gegangen. Warum nicht? Ganz einfach ...
Weil ich mich beim Erzählen der Geschichten NICHT in ihnen verloren habe, sondern mich darin viel zu sehr wiedergefunden habe. Meine Hauptdarstellerin war immer viel zu sehr ich selbst, als dass ich sie in einer genialen Fiktiv-Welt geile Erlebnisse durchleben lassen hätte können. Irgendwann kam beim Schreiben immer der Punkt, wo sich das nicht mehr ausging, und dann war auch diese Geschichte wieder gestorben.
Die Leidenschaft fürs Schreiben starb allerdings nie.
Mittlerweile habe ich es auch auf meinen Beruf ausgedehnt. Okay, dort schreibe ich zwar nur E-Mails und Kundensupport-Antworten auf Facebook, Twitter und Instagram, aber doch.
Privat schreibe ich Tagebuch und Blogs.
Das eine ist notwendig, das andere ist ein Hobby.
Und ja, nachdem ich sogar zwei Jahre eines Fernstudiums für Kreatives Schreiben hinter mich gebracht hatte, war ich ein bissal traurig, als ich erkennen musste, dass ich wohl nie einen Bestseller-Roman schreiben würde. Ich brauche das Handwerken Schreiben vor allem zum Reflektieren und um mich mitzuteilen.
Und jetzt ist es für mich an der Zeit, meine aktuellen Veränderungen in meinem Hochsensiblen Leben ENDLICH aufzuschreiben!
In dem bis dato einzigem Therapeuten-Gespräch meines Lebens sagte die Therapeutin zu mir:
"Sorry, aber ich kann dir nicht helfen. Du bist an einem Punkt in deinem Leben angekommen, wo ich viele meiner Klienten hinbekommen möchte. Ich sehe dich vielleicht ein Buch über deine Erfahrungen zu schreiben oder einen Blog. Teile deine Erfahrungen mit der Welt. Lass sie daran Teil haben."
"Sorry, aber ich kann dir nicht helfen. Du bist an einem Punkt in deinem Leben angekommen, wo ich viele meiner Klienten hinbekommen möchte. Ich sehe dich vielleicht ein Buch über deine Erfahrungen zu schreiben oder einen Blog. Teile deine Erfahrungen mit der Welt. Lass sie daran Teil haben."
Ich glaube, einen schöneren Satz hätte sie mir nicht sagen können!
Bis jetzt habe ich mir unheimlich schwer getan, meine Erfahrungen so aufs Papier zu bringen, dass ich damit zufrieden gewesen wäre.
Entweder holte ich jedes Mal so weit aus, dass ich mich irgendwann total verzettelte und in Themen verstrickte, die zwar meiner Meinung nach zum Thema gehörten, aber davon auch kilometerweit wegführten, oder ich mochte meinen eigenen Oberlehrerhaften Ton nicht. Wenn man für sich selbst den vermeindlichen Schlüssel fürs Glück gefunden hat, möchte man den Menschen vermitteln, wie einfach es eigentlich ist. Das klingt dann aber auch, als hätte man als Einzige die Weisheit mit dem Schöpflöffel gefressen. Sätze wie "Du musst eigentlich nur ..." oder "Was man unbedingt machen sollte ..." stießen mir dabei selbst ungut auf. Einen Scheiß muss man! Und wer bin ich eigenltich, um anderen zu sagen, was man eigentlich nur zu tun braucht, um ein glücklicheres Leben zu führen?
Was ich wirklich will, ist meine Geschichte aufzuschreiben, und zwar das Ganze so ehrlich und authentisch, um damit vielleicht und hoffentlich einmal Andere damit so zu motivieren, dass sie sich während dem Lesen zurücklehnen, mit einem Lächeln auf ihr eigenes Leben schauen, um dann den Drang zu spüren in eine neue, tolle Zukunft aufzubrechen.
Gestern, am 8 Dezember 2022, saß ich nach Büroschluss in meinem neuen Lieblingscafé und habe bei einer guten Tasse Kaffee Tagebuch geschrieben.
Natürlich wanderten meine Gedanken an all die verhassten 8. Dezember zurück, an denen ich in früher in Österreich in einem Geschäft arbeiten musste.
Gestern habe ich auch gearbeitet. Aber es machte mir nichts aus. Ganz im Gegenteil. Ich hatte sogar einen sehr angenehmen und entspannten Arbeitstag im Büro. Nach dem Feierabend schlenderte ich bei milden Temperaturen in der Abendsonne an der Hafenpromenade entlang und einmal mehr wurde mir da schon bewusst, wie gesegnet ich eigentlich mit meinem Leben bin.
Über das Tagebuch gebeugt, mit Blick auf Valletta und die Schiffe und Yachten davor im Hafen beobachtend, machte sich ein ganz warmes Gefühl in mir breit:
Schau mal, wie weit du es in deinem Leben schon gebracht hast! Wie lange hast du von einem Leben am Meer geträumt? Wie sehr hast du dir früher gewünscht, Englisch zu reden und Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen? Gerade hast du bei dem Manager aus Kolumbien bestellt, der dich schon bei deinem heutigen dritten Besuch strahlend begrüsst und weiß, wie du deinen Kaffee trinkst. Und was bist du eigentlich für ein glücklicher Mensch, weil dir solche "Kleinigkeiten" alles andere als egal sind! Ganz im Gegenteil ... du stehst da und zerspringst fast vor Glück während du dir die Freudentränen zurückhalten musst. Und dann drehst du dich mitten in diesem tollen (englischen) Gespräch auch noch um, weil du im Augenwinkel siehst, dass ein Pärchen hinter dir an den Tresen tritt ... schaust in das super-süsse Gesicht eines mexikanischen Ex-Kollegen und freust dich wie eine Schneekönigin, weil dir dieser sympathische Ex-Kollege in letzter Zeit schon öfter mal auf der Straße entgegen gekommen ist, du es aber nie geschafft hast, ihn zumindest zu grüssen. Jetzt strahlt er dich an und fragt dich, wie es dir geht.
DAS ist dein Leben! - dachte ich mir extrem dankbar, als ich mich nach einem Schluck Kaffee wieder über mein Tagebuch beugte, um weiterzuschreiben. Du bist mitten in deinem Lebenstraum angekommen!
Du hast dich nach genau diesem Leben gesehnt und danach hat irgendwer, lass es uns Universum benennen, die Fäden in die Hand genommen und dir alles geschickt, was du gebraucht hast, um genau da anzukommen.
VIELEN HERZLICHEN DANK!
Voller neuer Energie packe ich nach ein paar Stunden Tagebuch Schreiben meine Sachen zusammen, um nach Hause zu gehen. Jetzt ist es so weit! Jetzt fängst du mit dem Aufschreiben deiner Erfahrungen an!
Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Ich spüre es einfach!
Ich verabschiede mich lächelnd und winkend von den lieben Kellnern, trete aus dem Lokal und überquere eine Straße. Im Augenwinkel blendet mich helles Licht. Ich schaue hinauf zum Abendhimmel und bleibe überrascht stehen.
Da ist der Grund für diese tolle neue Energie!
Der Mond.
Und jetzt wundert mich nichts mehr. Eigentlich total logisch, warum ich gerade jetzt, nach Wochen bewusstem und kompletten Rückzug, diesen neuen Lebensdrang verspüre.
Hab ich nicht vor ein paar Tagen "zufällig" erfahren, dass dieser Vollmond am 8. - 9. Dezember ein ganz besonderer Vollmond ist? Der Auftakt zu einer sehr wichtigen Phase rund um den Jahreswechsel.
Auf geht´s!

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