Mein inneres Chart Board
Gestern abend / heute Nacht habe also endlich mit dem Schreiben begonnen. Und ich habe mich dazu entschieden, meine Erfahrungen in meiner Muttersprache aufzuschreiben. Es ist halt doch leichter, wenn man sich um Grammatik und Rechtschreibung keine zusätzlichen Gedanken machen muss.
Hier in Malta arbeite ich zwar in Deusch, doch mein Privatleben läuft zu 97% in Englisch ab. Ich denke meistens in Englisch und, wenn ich mit mir selbst rede, tue ich das auch in Englisch - laut oder nur im Kopf. Ich lese auch nur noch englische Bücher und ich liebe die englische Sprache! Diesen Blog schreibe ich trotzdem in Deutsch. Wenn ich mich am Weg umentscheide, dann soll es mir auch Recht sein.
Heute, am 10. Dezember 2022, ist mein erster von sieben Urlaubstagen!
Das Wetter ist ein Traum! Mehr Frühling als Winter, ein paar graue Wolken gab es zwar heute morgen, doch gerade kommt die Sonne raus. Es ist jetzt 10 Uhr und ich sitze beim Frühstück in einem meiner Lieblingscafés am Hafen von Ta´ Xbiex.
Heute hab ich also meinen Laptop mitgebracht und den einzigen konkreten Plan, den ich für diesen Urlaub habe, ist so oft wie möglich mit selbigen loszuziehen und endlich das aufs Papier zu bringen, was sich auf meiner inneren Festplatte angestaut hat.
Es ist die Zeit des Erwachens.
So sagen es zumindest diejenigen, die eine Ahnung von der Materie haben. Ich hätte es wohl selbst nicht so benannt, weil das was bei mir gerade abgeht für mich die logische Schlussfolgerung von dem ist, was seit Jahren in mir brodelt. Ich erwache quasi schon seit geraumer Zeit ...
Aber mir soll es Recht sein, denn es sind derzeit definitiv gewaltige Energien am Weg, und wenn das, was ich gerade spüre, zum universellen Erwachen gehört, dann bin ich da gerne mit dabei.
Beschreiben würde ich es eher so:
Auf meiner Lebensreise habe ich viele Puzzle-Teile gesammelt - Lektionen, Hinweise, Weisheiten, Lehrer, Einblicke, Theorien und was auch immer noch da war, das mich auf irgendeine Art und Weise inspiriert oder weitergebracht hat. Unzählige Male habe ich dazu immer wieder einmal in meine Tagebücher geschrieben, dass ich JETZT den Schlüssel für ein glückliches Leben gefunden habe. Das waren in Wahrheit aber nur "Etappensiege". Und vielleicht ist auch das gerade "nur" ein Etappensieg ... aber es tut sich auf jeden Fall gerade etwas Neues, ganz Großes auf.
Ohne aktiv etwas dazu beizutragen, erkenne ich wie sich all diese unterschiedlichen Puzzle-Teile plötzlich zu einem BIld zusammenfügen. "Ahhhh, deswegen habe ich genau diese Lektion damals lernen müssen/dürfen und so passt das alles zusammen, interessant!". Diese Gedankenblitze habe ich derzeit öfters.
Erstaunlich ist dabei auch, dass meine eigenen Empfindungen total zu den Erklärungen der Experten passen. Wir beschreiben das Ganze nur ein wenig unterschiedlich ...
Ich als Hochsensibler Mensch habe den Riesen-Vorteil und die tolle Begabung, meine Lebensreise quasi immer als Chart Board Präsentation abrufen zu können.
Wie hat meine Journey begonnen, was musste ich wann und wie lernen und entdecken, wie sehr bin ich gewachsen und vorangekommen und wo stehe ich heute?
Eine Inventur, die ich jederzeit durchführen kann und das auch immer wieder gerne mache. Denn wenn einmal etwas aus dem Ruder oder holprig bis steinig läuft, dann ist es so unheimlich beruhigend, wenn man einen Schritt zurücktreten und das große Bild einmal komplett betrachten kann. Viele Krisen verlieren dadurch ihren Schrecken.
Ja, ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen ... ich habe keine echten Krisen in meinem Leben mehr! Ganz einfach deshalb, weil sie nicht mehr notwendig sind.
Ich habe meine Lektionen brav gelernt. MIr war es wirklich immer wichtig voran zu kommen. Und dafür werde ich gerade großzügig belohnt. Dabei flüstert mir das Universum aber gleichzeitig ins Ohr: "Du hast dir das mehr als verdient und vor allem selbst erarbeitet."
Ich glaube das Faszinierendste ist gerade die Tatsache, dass mir bewusst wird, dass alle, wirklich alle, Puzzle-Teile zusammenpassen!
Es waren über die Jahrzehnte so viele verschiedene und doch wird mir heute bewusst, dass sie alle zusammen in das Lebensbild gehören und passen. Die Randsteine, die Ecksteine, die einfärbigen, unauffälligen und die bunten, die einfachen und die lustig geformten.
Jede Begebenheit, die sich auf irgendeine Art und Weise in meinem Leben manifestiert hat, war in Wahrheit schon ein Teil des Puzzles. Nichts ist einfach so passiert, alles war geplant und notwendig. Und Erwachen heisst eben, dass ich das gerade erkenne und daraus auch den logischen Schluss ziehe, dass ich alles, was mir wiederfährt, eigentlich nur noch dankbar annehmen muss, anstatt mir über das Warum Gedanken zu machen.
In Wahrheit gibt es da dieses Leben-Flämmchen in mir - meine Essenz - und dieses Flämmchen wird mit allem genährt, was in meinem Leben abgeht. Alles ist Energie, die dieses Flämmchen - je nach dem - schummrig, zitternd flackernd oder strahlend hell leuchten lässt.
In Wahrheit haben wir alle dieses Lebens-Flämmchen in uns und diese Flämmchen leuchten alle im Einklang. Weil wir hier sind, um einen höheren Auftrag zu erfüllen. Denn wir alle sind nicht zum Spass da und wir sind ganz bestimmt nicht "zufällig" da!
Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass das alles sehr spirituell und philosophisch klingt. Das liegt einfach daran, dass es unheimlich schwer ist, diese Erkenntnisse vernünftig auf den Punkt zu bringen. In meinem Kopf machen diese Überlegungen alle total Sinn. Aber nur deswegen, weil ich halt meine Chart Board Präsentation immer im HIntergrund laufen habe. Sprich: all die Millionen Gedanken, die ich mir ständig mache, kann ich für mich schnell und einfach zusammenfassen und entsprechend ausarbeiten.
Vielen Dank an dieser Stelle an meine Hochsensible Seele!
Und neuerdings kommen diese Überlegungen so klar und deutlich daher, dass ich meist nur mit offenem Mund dastehe und staunend den Puzzle-Teilen dabei zusehe, wie sie selbstständig, ohne dass ich nur einen Finger krümme, an ihren Platz rutschen und diesen Teil des Bildes vervollständigen.
Und dann wird es noch phantastischer ... während ich noch mit offenem Mund dastehe und diese Wunder faszinierend auf mich wirken lasse, denke ich plötzlich: "Eh logisch. Nicht anders kann es sein. So war es immer gedacht."
Das nenne ich ein gepfegtes Erwachen! Hallelujah!
Jetzt ... wie gelangte ich an diesen Punkt dieses unglaublichen Erwachens?
Das Leben hat mich an diesen Punkt gebracht. Nicht mehr und nicht weniger.
Und was man auch sagen muss ... dieses Erwachen wird gerade groß angekündigt. Es passt einfach in das derzeitige Weltbild. Ich glaube, dass wir Hochsensiblen Menschen in der Zukunft eine große Rolle spielen werden. Wir werden gebraucht werden, weil unsere Zukunft sich von Macht und Geld in Spüren und Lieben ändern wird, ändern muss!
Doch in Wahrheit sind diese Überlegungen gar nicht wichtig.
Je mehr ich mein Leben genieße, je mehr Spaß ich habe und je intensiver ich meinen Träumen nachgehe, desto mehr komme ich im Leben voran.
Ist das nicht gewaltig?
Nicht ... gehorchen, sich abrackern, schuften und sich abmühen. Nicht gehorsam sein, sich anpassen, ja nicht aus der Reihe tanzen, logisch denken und vorausschauend planen ...
Das alles kann man vergessen! Aber ganz schnell.
Stattdessen ... auf sein Gefühl hören, ehrlich sein - zu sich und zu anderen, auf sein Wohlbefinden achten, Spaß haben, tanzen, singen, lachen, Menschen umarmen und sich gegenseitig unterstützen, auf einander Rücksicht nehmen ... und vor allem offen sein für alles, was das Leben einem schickt um voranzukommen.
Ganz, ganz wichtig ist zudem ... seinen eigenen Weg zu finden und auch zu gehen!
Ich lasse mich unheimlich gerne von anderen Menschen inspirieren. Aber ganz egal, was mich anspricht, ich adaptiere es für mein Leben anstatt es nur zu kopieren.
Früher dachte ich, dass es viele verschiedene Themen in meinem Leben gibt.
Heute weiß ich, dass in Wahrheit alles, aber wirklich alles, zusammen gehört.
Das ist gerade meine größte Errungenschaft!
Denn dadurch wird mir die Tragweite von allen Geschehnissen in meinem Leben bewusst. Wenn es nicht viele einzelnen Themen gibt, an denen unterschiedlich gearbeitet werden muss, sondern alle unterschiedlichen Themen zum Großen Ganzen beitragen und Teil davon sind, wie gewaltig ist dann eigentlich die Planung und die Vorbereitung dafür, was in meinem Leben geschieht, geschehen muss?
Ein ganz konkretes Beispiel dazu habe ich dabei immer sofort in meinem Kopf:
In der Schule habe ich den Englisch-Unterricht nicht gemocht und war auch nicht gut darin. Englisch war ein Lerngegenstand. Vokabeln und Grammatik konnte ich mir nicht logisch aneignen, die mussten gelernt werden, und das liegt mir eben nicht. Außerdem gehöre ich noch zu einer Generation, die im Alltag absolut keine Möglichkeit hatte, praktisch Englisch zu sprechen. Die Wichtigkeit einer Fremdsprache konnte uns damals also nicht vermittelt werden. Dann gewann ich aber einen Aufsatzwettbewerb unserer Lokalzeitung und durfte für vier Tage nach London fliegen. Ich war damals 15 Jahre alt. Es war mein erster Flug und mein erster Schritt ins Ausland.
Diese vier Tage sollten mein Leben komplett verändern. Ich kam zurück und war verliebt in die englische Sprache, weil ich in London merkte, dass ich damit mit fast allen Menschen aus fast allen Ländern der Erde sprechen konnte.
Die Liebe zur Englischen Sprache hatte zur Folge, dass ich neugierig auf fremde Länder und fremde Kulturen wurde.
Daraus resultierte meine Reiselust und meine Interaktionen mit Menschen aus aller Herren Länder.
Als sich nach und nach mein Horizont erweiterte, erkannte ich immer mehr, wie sehr ich nicht nach Österreich gehörte.
Wenn man aber nicht dahin gehört, wohin man geboren wurde, muss man herausfinden wo man hin gehört. und in weiterer Folge muss man, wenn man glücklich werden will, aktiv werden und etwas verändern.
So kam ich nach Malta und hab hier meine Heimat gefunden.
Und jetzt lebe ich nicht nur im Süden am Meer, von dem ich seit meinem 19. Lebensjahr träume, ... sondern ich lebe in einem Land, wo das Englisch Reden zu meinem Alltag gehört.
Diese Leidenschaft für die englische sprache, die ich mit 15 Jahren aus London mitgebracht hatte, war also ein wichtiger Fakt für die weitere Weichenlegung meiner Zukunft. In Wahrheit nämlich im ganz großen Stil.
So, und wenn ich mit dieser Erkenntnis nun alle meine Meilensteine durchgehe auf meinem Chart Board, wird mir bewusst, wie intensiv an der Gestaltung meines Lebens gedreht und geschraubt wurde.
Faszinierend! Absolut faszinierend!
Und das absolut Absurdeste daran:
In Wahrheit waren es niemals meine aktiven Handlungen, meine Bemühungen oder mein Bestreben, alles richtig zu machen ...
In wahrheit haben mich die Ereignisse weitergebracht, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie etwas Gravierendes mit der Gestaltung meiner Zukunft zu tun haben.
Das sollten wir jetzt erst einmal ein wenig sacken lassen ...

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